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  • Parisfahrt

    Fahrt nach Paris

    Regelmäßige, meist Tagesfahrten werden nach Paris von allen namhaften Busunternehmen des Saarlandes angeboten. Zwischen 4 Uhr und 6 Uhr geht es los. Am Fernbus-Bahnhof in der Dudweiler-Str. 94 in Saarbrücken wird gestartet.

     

    Der Bus wird meistens voll. Kein Wunder; Paris ist einfach eine Reise wert. Und so geht’s dann über den Grenzübergang „Goldene Bremm“ nach Frankreich. Am ehemaligen Grenzübergang beginnt auch gleich die Autobahn A 320. Sie führt geradewegs bei St. Avold auf die A 4. Das ist die Autobahn, die von Straßburg kommend direkt nach Paris führt. So geht’s dann weiter, an Metz vorbei bis zur Raststätte „Verdun“. Gut gefrühstückt und gestärkt wird die Fahrt fortgesetzt.

     

    Nun sind meine Fahrgäste Aufnahmefähig, so dass ich ihnen etwas von Verdun sagen kann; Ich erzähle, dass Verdun eine kleine Stadt in Lothringen mit z. Zt, etwa 18.500 Einwohnern ist und an der Maas (franz. Meuse) liegt.

     

    Im frühen Mittelalter war Verdun eine sehr reiche Stadt. Damals gab es jede Menge Klöster und Stifte in und um Verdun. Ein sehr berühmter Sohn dieser Stadt war Nikolaus von Verdun, einer der berühmtesten Goldschmiede des Mittelalters. Grausige Berühmtheit erlangte Verdun im 1. Weltkrieg. Es wurde zum 1.Sinnbild des Schreckens der modernen Kriege, in dem die Soldaten zu „Menschenmaterial“ degradiert werden. - Sage und Schreiben 320 000  Soldaten mussten in der Zeit vom Februar bis Dezember 1916 ihr Leben lassen. Das sind beinahe 1.000 Soldaten am Tag!

     

    Nach etwa 20 Kilometer kommen wir an Varennes en Argonnes vorbei. Auf einem Schild an der Autobahn sieht man eine Kutsche deren Pferde von Leuten angehalten wird. Ich erkläre meinen Fahrgästen, dass hier die Königsfamilie von Ludwig XVI. an ihrer weiteren Flucht gehindert wurden und gezwungen wurden wieder nach Paris zurück zu fahren.

     

    Kurz danach kommen wir an Valmy vorbei. Man kann die Mühle von Valmy von unserem Bus aus sehen. Hier hat am 20. September 1792 die Kanonade von Valmy stattgefunden. Sie war eine nicht durchgefochtene Schlacht im 1. Koalitionskrieg zwischen dem preußischen Kontingent der antifranzösischen Koalition und der französischen Revolutionsarmee. Ein Artellerieduell in der Nähe des Dorfes brachte den Feldzug nach Paris zum Stehen. Nach zehntägigem Zögern traten sie den Rückzug an. Der Erfolg der Revolutionsarmee beeindruckte die Zeitgenossen tief und wurde zum Mythos, der bis in die Gegenwart andauert, da ein Tag später der König abgesetzt wurde und die Republik ausgerufen wurde.

     

    Weltgeschichtlichen Rang verlieh unser Dichter, der damalige Kanonade,  Johann Wolfgang von Goethe, der als Begleiter des Herzogs Karl August von Sachsen-Weimar den Feldzug mitgemacht hatte. Er teilte dreißig Jahre später in seinem autobiografischen Bericht "Kampagne" in Frankreich mit, er habe am Abend nach der Kanonade von Valmy im Kreis einiger Offiziere den Ausspruch getan:

     

    „Von hier und heute geht eine neue Epoche der

    Weltgeschichte aus,

    und ihr könnt sagen, ihr seid dabei gewesen“

     

    Diese Worte, obwohl umstritten dass Goethe wirklich so gesprochen hätte, sind sogar im Denkmal von General Kellermann auf dem Schlachtfeld eingemeißelt. Seit 1892 zeigt es den General im Moment seiner mitreißenden Ansprache. 

     

    Diese Ansprache hielt General Kellermann zu seinen Soldaten, die im laufe des Tages immer unsicherer wurden ob des Sieges, weil u.a. kaum noch Offiziere anwesend waren, da viele aus den Königstreuen Reihen waren und deshalb desertierten.  Die französischen Reihen kamen angesichts des von klingendem Spiel begleiteten, mit mechanischer Präzision ablaufenden Aufmarschs und der Explosionen mehrerer eigener Munitionswagen ins Wanken. Kellermann gelang es tatsächlich, durch eine kurze, flammende patriotische Ansprache bei den Soldaten Mut und Zuversicht auszulösen. Die von den Preußen wahrgenommene Unruhe in der französischen Schlachtlinie legte sich, Schlachtgesänge und Hochrufe auf die Revolution tönten zu ihnen herüber.

     

    Meine Fahrgäste sind beeindruckt von der französischen Geschichte. So kommen wir dann immer weiter in die Champagne und in der Höhe von Chalon en Champagne erzähle ich von der Geschichte:

    Die Römer bauten als erste Weinreben in der Champagne an. Der Wein, den sie daraus herstellten, war still. Aufgrund seiner Nähe zu Paris und der Aktivitäten der Klöster in Reims und Châlons-en-Champagne blieb der Weinbau erhalten, ohne wirklich große Popularität zu erreichen.

     

    1114 stellte der Bischof von Châlons-en-Champagne dem Abt des Benediktinerklosters Saint-Pierre-aux-Monts in Châlons eine Eigentumsurkunde über den gesamten klösterlichen Grundbesitz aus („grande charte champenoise“), wozu auch Rebland des heutigen Anbaugebiets gehörte, u. a. Hautvillers, Cumières, Aÿ und Oger. Diese Urkunde gilt als Gründungsakte des Weinbaugebietes "Champagne"

     

    Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wanderte eine Reihe tatkräftiger Deutscher nach Frankreich aus. Sie spielten bei der Entwicklung des Champagners eine wichtige Rolle. Das bezeugen bis heute die Namen bekannter Häuser, die deutsche Namen tragen.

     

    Deutz in Aÿ wurde 1838 von den beiden aus Aachen stammenden William Deutz und Peter Josef Huber Geldermann gegründet. 1829 machte sich der Ellwanger Juristensohn Joseph Bollinger (1803-1884) mit einem Kompagnon in Ay selbständig und begründete das Haus Bollinger. Heidsieck & Co. Monopole verdankt dem westfälischen Unternehmer Florens L. Heidiek (1749-1828) seinen Namen. Henrie Abele war der Sohn von Franz Abele (1811-1876) aus Rottenburg, der sich in der Nähe von Reims als Weinhändler niedergelassen und 1841 Lucie de Muller, die Tochter von Anton (Antoine) Müller (1788-1859) geheiratet hatte. Müller gilt als Erfinder des Rüttelpultes, das bei der Herstellung hochwertiger Schaumweine bis heute eine wichtige Rolle spielt. Die Gründer von G.H.Mumm in Reims waren die Söhne von Peter Anton Mumm, der in Köln eine Weinhandlung geführt hatte. Und das Haus Krug, das besonders namhaften und teuren Champagner anbietet, trägt den Namen des Mainzer Winzersohns Johann-J.Krug (1800-1866), der 1834 in die berühmte Champagnerkellerei Jacquesson et Fils in Chalon en Champagne eintrat, um 1843 schließlich in Reims sein eigenes Unternehmen zu gründen.

     

    Die Zeitgenossen erklären den Erfolg der Deutschen mit ihren Sprachkenntnissen. Deutsch und vor allem Englisch waren für das stark vom Export abhängige Champagnergeschäft oftmals wichtiger als Französisch. Viele Champagnerhäuser haben ihren Ursprung in Weingütern, die im Besitz von Adligen waren. Diese überließen das Tagesgeschäft lieber Vertretern und hielten an einer aristokratischen Lebensweise fest, in der Handel als ehrenrühriges Metier galt. Außerdem schätzte man den Geschäftssinn und die Gründlichkeit der Deutschen, weshalb man ihnen wie dem gebürtigen Heilbronner Georg Christian ("Georges") Kessler (1787-1842) die Leitung des Büros und die Buchhaltung anvertraut.

     

    Robert Tomes, der amerikanische Konsul in Reims, stellt 1867 fest: "Es gibt tatsächlich keinen Weinbetrieb in der Champagne, der nicht mehr oder weniger von einem gebürtigen Deutschen kontrolliert wird. Steht an der Spitze nominell zufällig ein Franzose, so hat er sicher einen Partner oder Geschäftsführer aus Deutschland. Es gab jedoch ein Champagner-Haus, das ausschließlich von Franzosen geleitet wurde. Während meiner Zeit in Reims ging es bankrott, und es wurde allgemein festgestellt, dass es zugrunde ging, weil ein Deutscher fehlte."

     

    Die Gastarbeiter aus Deutschland wussten bald besser über das Champagnergeschäft Bescheid als die ursprünglichen Eigentümer. Sie führten wie Georg Christian Kessler die Korrespondenz und bauten ein dichtes Netz von Kontakten im In- und Ausland auf. Oftmals leiteten sie nach einiger Zeit die Häuser oder übernahmen sie vollständig. Andere Deutsche gründeten ihr eigenes Handelshaus in der Champagne und wurden Franzosen. Bis heute erinnern die Namen zahlreicher Champagnerhäuser an ihren deutschen Ursprung.

     

    Es gab aber auch Personen, die wieder nach Deutschland zurück kehrten. Ein ganz berühmter Herr war Georg Christian ("Georges") Kessler (1787-1842) . Dieser gründete ein Sekthaus in Esslingen, das heute noch seinen Namen trägt. Nur leider ist es nicht mehr im Besitz der Kesslerfamilie, sondern ein italienischer Investor hat die Oberhoheit. 

     

    Während ich davon erzähle, kommen wir nach Reims, früher auch Rheims. Es ist eine Stadt im Nordosten Frankreichs, etwa 130 Kilometer von Paris entfernt. Reims liegt im Zentrum der Champagne die den weiten, flach gestuften Ostteil des Pariser Beckens einnimmt. Die Stadt befindet sich in einer Ebene am rechten Ufer der Vesle, einem Zufluss der Aisne, und am Canal de L‘Aisne a la Marne. Im Süden und im Westen erhebt sich die Montagne de Reims Aus den Trauben der dortigen Weinberge wird der Champagner  hergestellt. In der Kathedrale der Stadt wurde zwischen 497 und 499 Clodwig I. durch Bischof Remigius getauft. Diese Tradition wurde von allen späteren Königen weiter geführt. Nur Napoleon setzte sich in Paris die Kaiserkrone auf.

     

    Reims ist neben Epernay das wichtigste Zentrum der Champagnerherstellung. Der Champagner lagert zum Teil in Kellern und Tunneln, die schon zu Zeiten der Römer in den Kalkfelsen gegraben wurden. Heute hat die Stadt ca. 180 000 Einwohner. Bis vor ein paar Jahren gab es dies Umfahrung noch nicht. Da führte die Autobahn mitten durch die Stadt. Jetzt aber ist es wunderbar zu fahren. Allerdings, will man die Sehenswürdigkeiten dieser Stadt kennenlernen muss man die alte Strecke fahren.

     

    Wir wollen aber nicht Reims besichtigen, sondern wollen Paris sehen. So fahren wir also weiter. An Gueux vorbei. Gueux dürfte Motorsportfreunden noch ein Begriff sein. Hier war von 1925 bis 1966 eine  Formel 1 Hochgeschwindigkeitsrennstrecke.  Danach wurden nur noch, bis 1972, nationale Wettkämpfe durchgeführt.

     

    Nun lasse ich meine Fahrgäste mal verschnaufen und die Landschaft genießen. Paris wir kommen. Berg hoch - Berg runter. Und neben uns die Hochgeschwindigkeitsstrecke der französischen Staatsbahn mit ihrem Zugpferd, dem TGV. Obwohl wir mit dem Bus 100 km/h  fahren, der TGV zieht an uns vorbei, als würden wir stehen. Dennoch, die letzte Mautstelle haben wir hinter uns gelassen. Man merkt, dass man unmittelbar vor Paris ist, der Verkehr wird stärker. Jetzt kommt dann die Abfahrt zum Disneyland. Viele fahren dorthin, die Bahn wird ruhiger. Aber nur ein paar Kilometer. Jetzt wird die Autobahn, zuerst 3-spurig, dann kommen nochmals 2 Spuren dazu. Wir sind im Pariser Becken angekommen. Die Stadt liegt gerade einmal 65 Meter über dem Meeresspiegel.

     

    Damit man nicht durch Paris fahren muss, hat man mehrere Möglichkeit  die Stadt zu umrunden. Der 3. Ring ist die „La Francilienne „ Die Nationalstraße 104. Sie führt auch gleichzeitig zum Flughafen „ Charles de Gaulle“ und über die Außenbezirke, die von Ortsunkundigen  schon als die Großstadt Paris angesehen werden. Diese außerhalb der Ringautobahn liegenden Vororte (banlieue) sind verwaltungsrechtlich selbständige Gemeinden die in drei Departements zusammengefasst werden. Sie zählen nicht zur Stadt Paris.

     

    Wir bleiben aber weiter auf der A4, die direkt in den Stadtkern führt. Nach einigen Kilometer führt unsere Autobahn für ein paar Kilometer mit der A 86 zusammen. Diese Autobahn ist die 2. Ringautobahn, die zwischen der N 104 und der Pheriperie um den Stadtkern führt.

     

    Endlich kommen wir an den Stadtrand von Paris. Das Abbild zeigt den Jäger zu Fuß am 1 Festigungsgürtel, der 5 Km von Paris entfernt ist. als Rest  der Alma-Brücke . Die Brücke musste aber 1973 einer breiteren Brücke und der Autobahn 4 weichen. Man kann aber von der A  4 die Statue sehr gut sehen. Die Brücke wurde zwischen 1840 und 1845 während der Regierungszeit  von Louis—Philippe gebaut.

     

    Der „Jäger zu Fuß“ wurde von  Auguste Arnaud (1825-1883),

    in der Zeit von 1855 –1857 gestaltet.

     

    Kollegen erzählen ihren Fahrgästen von einem Jäger, also für uns ein Förster, der Ludwig dem XVI und  der königlichen Familie bei der Flucht geholfen hätte. Das stimmt nicht, denn die Jäger zu Fuß waren Soldaten der Infanterie.

     

    Auf der neuen Almabrücke  teilen sich die Autobahnen. Die A86 führt weiter Richtung Versailles und ist der 2. Ring, der um die Stadt führt. Wir aber bleiben weiter auf der A4. Diese führt  geradewegs in die Stadt rein. Eine Stadt mit mehr als 2,2 Millionen Einwohner. Eine Stadt mit 20 Stadtteilen, im französischen Arrondissements genannt. Diese Stadt entwickelte sich seit Mitte des 3. Jahrhunderts v. Chr. aus der keltische Siedlung Lutetia des Stammes der Parisii auf der Seine-Insel, die heute Ile de la Cite heißt.

     

    Die Ebene an der Seine rund um die Insel hingegen war morastig: der Sumpf zog sich als breiter Streifen im Süden den Fluss entlang und reichte bis an die späteren Thermen von Cluny. Auch das Mündungsgebiet der Bievre im Südosten (eine Mündung lag der Île de la Cité gegenüber, eine weitere ein Stück flussaufwärts, an der späteren Ile Saint Louis die erst im 17. Jahrhundert trockengelegt wurde) war Sumpfgelände, vor allem aber der gesamte Bereich nördlich des Flusses, der auf Flusshöhe lag. Bis hin zum Montmartre gab es lediglich einige wenige feste Plätze.

     

    Erstmalige schriftliche Erwähnung fand der Ort als Lutetia im sechsten Buch Julius Cesars über den gallischen Krieg zum Jahr 53 v. Chr. Über die Bedeutung des Namens wurde viel spekuliert, eine ernsthafte, quellengestützte Erklärung liegt jedoch nicht vor. Erstmals ab dem 3 Jahrhundert  etablierte sich der Name :

    Paris - Heute die Hauptstadt und mit über zwei Millionen Einwohnern die größte Stadt Frankreichs sowie Hauptort der Region Ile de France. Paris ist eine Weltstadt und eine der wichtigsten Metropolen der westlichen Welt und auch das überragende politische, wirtschaftliche sowie kulturelle Zentrum des zentralistisch organisierten Frankreich und dessen größter Verkehrsknotenpunkt (unter anderem mit drei Flughäfen und sechs Kopfbahnhöfen; zudem ist die Stadt Sitz der UNESCO, der OECD und der ICC.

      

    Das Pariser Wappen

     

    Der Wahlspruch der Pariser über ihr Wappen ist:

    „ Es schwankt aber geht doch nicht unter“.

      

    Wir sind aber noch auf der A4 und sehen auf der linken Seite wie die Marne in die Seine fließt. Beeindruckend ist dabei auch das Hotel Chinagora, das ganz im Chinesischen Stile erbaut ist und genau auf der Mündungsspitze steht. Ein Stück weiter sehen wir auf der linken Seite, also gegenüber auf der anderen Seine  Seite das erste Denkmal, das sich ein Staatspräsident selbst gesetzt hat -  Die Bibliotheque Nationale de Francoise Mitterand - Zuerst belächelt und wegen Fehlplanungen und Verzögerungen umstritten, wurde sie dann 1996 der Öffentlichkeit übergeben. 

     

    Unter dem Boulevard périphérique (kurz auch Périphérique, périph oder BP) sind wir auch schon durchgefahren. Diese Autobahn ist der 1.Ring, der um die eigentliche Stadt führt. Wir sind jetzt auf dem Quai de Bercy, die Straße, die direkt in das Zentrum von Paris führt.

     

    Vorbei geht’s am Finanzministerium  und Haushaltsministerium, die beider erst seit Mitterands Zeiten hier angesiedelt sind. Früher waren diese in einem Seitenteil des Louvre angesiedelt. Mitterand wollte aber den Louvre als komplettes Museumsareal umwandeln. So sind also o.g. Ministerien in einem Neubau in Quartier Bercy.

     

    An der Pont dÁusterlitz fahren wir rechts weg Richtung dem Platz an der Bastille. Die 215 m lange und 150 m breite Place de la Bastille ist ein verkehrstechnisch wichtiger Platz in Paris. In dessen Mitte die Julisäule steht. Dort, wo früher die Bastille stand. Nachdem aber im Juli 1789 der Sturm auf die Bastille vorüber war, hat man ab dem 16. Juli begonnen die Bastille Stein für Stein abzubauen, und als Steinquader verkauft. Bereits zum 14. Juli 1792 wurde an deren Stelle der Grundstein für die Säule gelegt. Diese wurde dann aber erst 1830 zu Ehren der Junirevolution aufgestellt. Die Säule die aus Kupfer ist, war zu dieser Zeit 52 m hoch. Auf ihr wurde 1833 eine von Augustin A. Dumont vergoldete 5,85 m hohe Figur, den auf einem Bein balancierenden „Genius der Freiheit“ (Le Génie de la Liberté), zur Erinnerung an die Straßenschlachten der Juli-Revolution von 1830 errichtet.  Unter der Säule befinden sich öffentlich zugängliche Gewölbe mit Gräbern aus jener Zeit. 1848 wurde die Säule als Gedenkstätte für die Februarrevolution vom 22., 23. und 24 Februar 1848 geweiht.

     

    Daneben steht die Opéra Bastille (Bastille-Opernhaus). Sie ist eines der zwei Pariser Opernhäuser, die der staatlichen Institution der Opera national de Paris unterstehen. Diese 1989 eröffnete Oper von Carlos Ott sollte das bis zu diesem Zeitpunkt zentrale Opernhaus, die Opera Garnier, auch „Palais Garnier“ genannt, entlasten, die heute hauptsächlich für Balletaufführungen genutzt wird, aber auch weiterhin klassische Opern aufführt. Initiator war wieder einmal der damalige Staatspräsident Francoise Mitterrand.

     

     Die Zuschauerkapazitäten sind erwähnenswert.

     

    • Großer Saal mit 2703 Plätzen. Er hat eine Fläche von 1280 m², ist 20 m hoch, 32 m tief, 40 m breit. Mit seinem Rauminhalt nimmt er allerdings nur 5 % des Gebäudegesamtvolumens ein. Als Materialien wurden aus Lannelin in der Bretagne stammender blauer Granit und Birnbaumholz aus China verwendet.
    • Kleiner Saal mit 450 Plätzen (veränderbar von 300 bis 1200 Plätze). Er hat eine Fläche von 700 m², eine Tiefe von 21,4 m. Als Material wurde Bruchstein aus weißem Veroneser Marmor eingesetzt und die Decke mit Stuck verziert.
    • Studio mit 250 Plätzen. Es hat eine Fläche von 280 m², eine Tiefe von 19,5 m. Als Materialien wurden ebenfalls Bruchstein aus weißem Veroneser Marmor und Rundhölzer aus Birnbaum verwendet. Selbst das kleinAmphitheater mit seinen 500 Plätzen findet seine Begeisterung.

      

    Nun verlassen wir den Place de la Bastille und biegen in die Rue Saint-Antoine ein. Eine Straße, die von beiden Seiten mit Geschäften flankiert ist. In der Mitte, die unsere Fahrspur von der Gegenseite trennt, stehen Bäume, Sitzbänke und Pflanzenkulturen. Besonders auffallend sind die viele Fahrräder, die alle gleich aussehen und aufgereiht in den Ständern stehen. Das sind besondere Fahrräder und man nennt sie Vélib’ und sind ein Teil eines am 15. Juli 2007 in Paris in Betrieb genommenes öffentliches Fahrradverleihsystems.  Dieses System umfasst heute über 20.000 Fahrräder an 1202 Stationen in Paris und einigen Gemeinden im Umland der französischen Hauptstadt und wird im Rahmen einer von der Stadtverwaltung vergebenen Konzession an einen Betreiber vergeben. Dabei ist die Verleihgebühr für die erste halbe Stunde frei. Weitere Informationen erhält man im Internet und individuell beim Busfahrer.

     

    So geht die Fahrt weiter in die Rue de Rivoli hinein. Diese Straße wurde 1865 mit dem ursprünglichen Namen Rue Impériale dem Verkehr übergeben. Ihren späteren Namen Rue de Rivoli verdankt sie dem italienischen Ort Rivoli bei Verona, in dessen Nähe die von Napoleon geführte französische Revolutionsarmee am 14. und 15. Januar 1797 in der Schlacht von Rivoli die Österreicher entscheidend besiegt hatte.

      

    Blick auf Paris

      

    Auf der linken Seite stehend kommen wir am Hotel de Ville und dem angrenzenden Place de L´Hotel de Ville vorbei. Beide, sowohl Platz, wie auch Hotel sind in der Geschichte der Stadt Paris nicht wegzudenken.

     

    Das Hôtel de Ville das erst seit 1789 einen Bürgermeister kennt. Vorher waren es Vögte (je 1) aus dem Handel und dem Adel, die immer gemeinsam regierten.  Aber erst ab 1848 konnte sich das Amt des Bürgermeisters fester etablieren und hat bis heute durchgehend Bestand. Das erste Gebäude an dem Ort, die Maison des Piliers, entstammte dem 14. Jahrhundert und wurde im Jahr 1357 zum Rathaus umgewidmet. Im 16. Jahrhundert wurde es wegen Baufälligkeit abgerissen und im Stile der Rennisance neu gebaut. Am 4. September 1870 wurde im Gebäude die 3. Republik ausgerufen. Während der Pariser Kommune im Jahre 1871 wurde das Gebäude zerstört.

     

    Das gegenwärtige Gebäude mit 146 Statuen an der Fassade wurde in den Jahren 1874–1882 gebaut. Der Platz vor dem Rathaus war im Mittelalter der älteste Hafen- und Anliegeplatz und Keimzelle der Stadt Paris. Hier wurden die wichtigsten Güter umgeschlagen. Sein sandiges, flaches Ufer gab ihm den Namen Place de Greve (deutsch: Sanduferplatz). Wegen der vielen Streiks unzufriedener Arbeiter bekamen die Begriffe „faire (la) grève“ und „être en grève“ die Bedeutung von „streiken“. Der Platz war in den vergangenen Jahrhunderten berüchtigt für seine öffentlichen  Hinrichtungen.

     

    Galgen, Pranger und Richtblock standen auf dem Platz, während der Revolution auch eine Guillotine. Am 19. März 1803 wurde die Place de Grève (auch: „Streikplatz“) in Place de la Ville (Rathausplatz) umbenannt. Seit 1982 ist er nur noch für Fußgänger reserviert.

     

    Wir fahren weiter, auf der Rue de Rivoli Richtung dem Place de Concorde entgegen. Aber vorher kommen wir am Turm Saint-Jacques vorbei . Ein gotischer Turm, der 51 m hoch ist und  zu den bedeutenden Sehenswürdigkeiten der Stadt gehört. Erstmals wird sie im Dezember 1119 in einer päpstlichen Bulle erwähnt. Ihren Namen Église Saint-Jacques-de-la-Boucherie erhielt sie im Jahre 1253. Sie war die offizielle Kirche der Flischerinnung(franz.boucherie), deren Schlachtereien in den nahegelegenen  Großmarkthallen untergebracht waren.  Der gesamte Großmarkt wurde 1969 nach Rungis, nähe des Flughafens Orly angesiedelt. Dieser Großmarkt ist so groß, dass er sogar einen eigenen Bahnhof hat. Man sagt, es sei der größte Großmarkt der Welt. Am 29. Oktober 1797 wurde die Kirche zerstört, aber der Glockenturm mit seinen 12 Glocken blieb uns, nach einer gründlichen Restaurierung 1855, erhalten. 

     

    Wir fahren weiter und kommen an dem ehemaligen Warenhaus „La Samaritaine“ vorbei. Dies war von 1869 bis 2005 das größte Kaufhaus von Paris. Es gibt in Europa nur wenige Kaufhäuser mit so viel Tradition wie "La Samaritaine". Das "KaDeWe" in Berlin und vielleicht auch "Harrods" in London. Aber "La Samar", wie die Franzosen das Pariser Urgestein liebevoll nennen, ist nicht nur wegen seiner prachtvollen Glaskuppel und der Rundbögen im Stil des Eiffelturms berühmt geworden. In den Abteilungen ließ sich schon vor 100 Jahren der Hauch von Pariser Schick in tiefen Zügen einatmen.

     

    Es begann aber bereits 1969, nach dem Umzug der Großmarkthallen zu kränkeln. Wegen Sicherheitsmängel und Brandgefahr wurde es dann 2005 geschlossen. 2016 soll es wieder als Hotel mit einer Anzahl von kleinen Boutiquen eröffnet werden.

     Wir fahren die Rue de Rivoli weiter und kommen endlich an eines der berühmtesten Gebäude der Welt, den Louvre:

     

    Der Louvre war Jahrhundertelang eine große Baustelle. Beinahe jeder französische Herrscher hat den Louvre umbauen, erweitern oder renovieren lassen. Der Name leitet sich wahrscheinlich von lateinisch luperia ab, was übersetzt so viel wie „Wolfsbau“ bedeutet und auf den ursprünglichen Zweck als wehrhafte Trutzburg hinweist. Erst nachdem man von  der kämpferischen Zeit auf die repräsantive Zeit überging, wurde die Burg zu einem Schloss umgebaut. Da Ludwig XIV. seinen Regierungssitz 1682 nach Versailles verlegte, verlor das alte Stadtschloss vorerst seine Bedeutung und fiel regelrecht in einen Dämmerschlaf und begann zu verfallen. Die Stadt Paris übernahm das Gebäude, teils noch im Rohbau und ohne Dach, die Academie Francaise zog in die Königsgemächer ein, und andere Gebäudeteile wurden von Künstlern als Behausung und Arbeitsraum genutzt. Auch Cabarets und Verkaufsstände fanden sich in dem immer mehr verfallenden Gemäuer. Erst die Revolution bescherte dem Louvre eine neue Bedeutung als dem ersten öffentlichen Museum Frankreichs. Die Nationalversammlung legte in einem Dekret vom 26. Mai 1791 fest, dass in diesem Palast auch bedeutende Werke der Wissenschaften und der Kunst gesammelt werden sollten. Das Museum wurde am 10. August 1793 eröffnet. Hier wurden die Kunstschätze des Königs und des Adels zusammengetragen, sofern sie nicht geplündert oder verkauft worden waren. Mit Napoleon zog allerdings wieder ein Herrscher in den Palast ein, und sein Neffe Napoleon III. vollendete den Bau und insbesondere die Fassaden weitgehend in seiner heutigen Form. 1873 ist die Zeit des Louvre als Zentrum weltlicher Macht endgültig vorbei, da der Präsident der Republik in den Elyseepalast  umzog.

     

    Die Sammlung des Museums umfasst ungefähr 380.000 Werke, von denen etwa 35.000 Exponate auf einer Fläche von über 60.000 m² präsentiert werden. Damit ist der Louvre, flächenmäßig betrachtet, das drittgrößte Museum der Welt. Der ehemalige Staatspräsident Francerois Mitterrand ließ in den 1980er-Jahren den Louvre generalüberholen. Dabei standen nicht so sehr äußere Veränderungen im Vordergrund als vielmehr eine Umgestaltung der Ausstellungsräume und der meist unterirdischen Forschungseinrichtungen und Labors.

     

    Staatspräsident François Mitterrand initiierte 1981 das Projekt „Grand-Louvre“, mit dem der gesamte Gebäudekomplex einer musealen Nutzung unterworfen wurde; 1999 wurde es abgeschlossen. Das Finanzministerium zog um. In diesem Rahmen wurde unter anderem die Galerie d'Apollon restauriert und die Glaspyramide geschaffen. Die Glaspyramide im Innenhof wurde 1989 eröffnet. Sie dient heute als Haupteingang zum Musée du Louvre. Anfangs als Gewächshaus und Käseglocke verspottet, ist die Pyramide heute zu einem bekannten Wahrzeichen von Paris geworden. Außerdem wurde 1993 das Carrousel Du Louvre eröffnet, eine unterirdisch direkt an den Louvre angeschlossene Einkaufsmeile mit Restaurants und der invertierten Glaspyramide. 2009 gab es eine Kontroverse um den Einzug einer McDonalds-Filiale im neugestalteten Restaurantbereich. 

     

    Nun überqueren wir den Place des Pyramides. Dort steht auf einer Säule, also an der Nordseite der Rue de Rivoli eine vergoldete Reiterstatue der Nationalheiligen Jeanne dÁrc, die im Jahr 1874 von geschaffen wurde. Unweit dieser Stelle wurde Jeanne d’Arc am 8. September 1429 verwundet.

     

    So fahren wir nun: Rechts von uns die Arkaden, die 1812 von Napoleon I. geplant und in Auftrag gegeben wurden und links die Tullerien. Und unter den Arkaden findet man  das berühmte Hotel Hôtel Le Meurice , das seit 1817 besteht. Ab 1835 hatte es seinen endgültigen Standort an dieser Stelle.

    Nun Verlassen wir den Place de la Concorde und biegen in die Cours la Reine ein. Diese Straße ist etwa 500 m lang. Gleichzeitig ist diese Straße auch ein einziger Busparkplatz. Eine Einbahnstraße, die auf beiden Seiten von Bussen aus ganz Europa flankiert ist. Wir fahren zwischen durch und biegen dann auf die Avenue Winston Churchill ein. Nun haben wir rechts den Petit Palais und links den Grand Palais. Diese waren ehemalige Ausstellungspavillons der in Paris ausgerichteten 

    Weltausstellung 1900.  Sie wurden zwischen 1897 und 1900 errichtet.  Zwischen der Seine und der Avenue des Champs Elysees entstanden die beiden Ausstellungsgebäude, die heute als Grand Palais und Petit Palais bekannt sind. Während das Grand Palais Kunst- und Gemäldeausstellungen veranstaltet, sind im Petit Palais die Gemälde und Skulpturen ausgestellt, die seit 1870 von der Stadt Paris gekauft oder in Auftrag gegeben wurden .

     

    Wir fahren weiter und überqueren die Avenue des Champs-Elysees und kommen in die AV. De Marigny. Rechts von uns sehen wir kurz danach die Mauer zu den Gärten des Elysees- Palastes. Erbaut wurde der Palast 1718 bis 1722 im Auftrage des Grafen von Evreux. Nach dem Tod des Grafen von Évreux im Jahre 1753, erwarb Jeanne-Antoinette Poisson, besser bekannt als Marquise de Pompadour, den Palast und ließ ihn durch ihren Architekten im Inneren stilvoll herrichten. Der Garten wurde nach ihren Vorstellungen hin vergrößert und um Säulengänge und Lauben, sowie einem Labyrinth erweitert. Zu diesem Zeitpunkt war Jeanne-Antoinette Poisson schon lange Jahre die offizielle Mätresse des französischen Königs Ludwigs XV, dem sie im Jahr 1764 die Residenz vererbte. Das Haus war nun im Besitz der Bourbonen und diente König Ludwig XV. zunächst als Gästehaus für Botschafter und später auch als Ausstellungsort von Gemälden. Zwischenzeitlich (1773) verkaufte der König den Palast an einen Bankier; sein Enkel, König Ludwig XVI erwarb ihn aber 1786 zurück und überließ ihn seiner Cousine, der Herzogin von Bourbon. Nachdem der Palast immer wieder den Besitzer wechselte, wurde er 1873 endgültig offizieller Amtssitz der französischen Staatsoberhäupter.

     

    Wir biegen in die Rue du Faubourg Saint Honore ein und fahren langsam an den bewachten Toren zum Palast vorbei. Man kann dadurch einen Blick direkt zum Palast erhaschen. Manchmal hat man Glück und kann sogar den französischen Staatspräsidenten, oder einen seiner Minister erkennen. Gegenüber des Palastes und danach finden wir eine Luxus-Boutique nach der anderen, die aber eine eigene Vorstellung von Öffnungszeiten haben. Kein Wunder, bei dieser Lage! Die Straße ist insgesamt etwa 2 Km lang und es kann sein, dass wegen Sicherheitsmaßnahmen der französischen Obrigkeiten die Straße gesperrt wird.

     

    Wir biegen nun links in die Rue Royale ein und kommen an die Pfarrkirche La Madeleine. Die Baugestalt der Madeleine-Kirche ist für ein christliches Gotteshaus sehr ungewöhnlich. Dies erklärt sich aus der langen Baugeschichte mit dem Wechsel der Nutzungsabsichten. Während der Außenbau sich am Modell des römischen Tempels orientiert, ist das Innere mit seinen drei aufeinander folgenden Kuppeln den Haupträumen römischer Thermen nachgebildet. Die Innenausstattung der Kirche entstammt vorwiegend den Jahren 1830–1840. Als besonders sehenswert gilt die Statue der Maria Magdalena. Hier wurde die Totenmesse für Chopin, Marlene Dietrich, Coco Chanel, Josefine Baker, usw. gehalten.

     

    Auf dem Place de la Madeleine umrunden wir einmal diese Sehenswürdigkeit und fahren dann auf dem Boulevard de Madeleine, dem Boulevard des Capucines zum Place de L‘Opera Hier steht die größte Oper der Welt. Die Opéra Garnier, auch Palais Garnier genannt. Sie bedeckt eine Fläche von 11.000 Quadratmetern und fasst 2000 Personen im Zuschauerraum und 450 Personen auf der Bühne. Gebaut wurde sie nach einem Entwurf von Garnier in den Jahren 1862 - 1875. Ihren Namen hat sie von ihrem Erbauer und ist ein typisches Beispiel für die Bauweise zu Zeit Napoleons III.

     

    Unmittelbarer Anlass für den Neubau war ein gescheitertes Attentat auf Napoléon am 14. Januar 1858, als er zusammen mit der Kaiserin die damalige Oper „Salle de la rue Lepeletier“ besucht hatte. Der Bau verzögerte sich durch den Krieg von 1870/71 und den Niedergang des Kaiserreichs. Nach einem Brand im bestehenden Opernhaus 1873, entschloss sich die Regierung der 3. Republik den Bau fertig stellen zu lassen, so dass die neue Oper am 5. Januar 1875 eingeweiht werden konnte.

     

    Nun aber fahren wir durch die Rue de la Paix zum Place Vendôme. Dieser ist einer der fünf „königlichen Plätze“ von Paris. Der im klassizistischen Prachtstil ab Ende des 17. Jahrhunderts gestaltete und von prunkvollen Stadthäusern, genannt Hotels particuliers umrahmte Platz ist heutzutage vor allem bekannt als Standort des französischen Justizministeriums und des Hotel Ritz sowie für die am Platz zahlreich angesiedelten Verkaufsräume luxuriöserSchmuck,-  und Uhrenhersteller. Seit 1799 hat der Platz seinen heutigen Namen, Place Vendôme. Am 1. Oktober 1803 unterzeichnete Napoleon Bonaparte ein Dekret zur Errichtung einer neuen Säule auf dem Platz. Vorbild war diesmal die Trajansäule in Rom. Die Grundsteinlegung der 42,97 m hohen Säule mit Napoleon als Imperator erfolgte am 25. August 1806. Die Siegessäule wurde aus 133 (und nicht wie oft zu lesen 1.200)russischen und österreichischen Kanonen gegossen, die aus Napoleons Sieg in der Schlacht bei Austerlitz 1805 gegen Deutschland stammten.

     

    Weiter geht es nun auf dem direkten Weg zum Arc de Triumph. Wir fahren die Rue Castiglione, an den ganzen Luxusläden vorbei bis zur Rue de Rivoli. Dort fahren wir weiter, überqueren den Place de la Concorde, vorbei an dem Gebäude des ältesten Automobilclubs der Welt, vorbei am Nobelhotel Crillon und biegen in die Avenue des Champs Elysees ein. Eine 6-spurige Straße, die schnurgerade auf den Triumpfbogen führt und eine der größten Prachtstraße der Welt ist. Den heutigen Namen trägt die Avenue des Champs-Élysées seit 1789. Er bedeutet „Allee der elysischen Felder“ und leitet sich ab von dem gesegneten Gefilde Esysion, wohin laut griechischer Mythologie auserwählte Helden versetzt werden. Am Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Champs-Élysées dann zur Prachtstraße und Einkaufsmeile des aristokratischen und großbürgerlichen Paris, was sich auch an Bauten wie dem anlässlich der Weltausstellung von 1900 erbauten Grand Palais zeigt. Die Avenue selbst wurde mehreren baulichen Veränderungen unterzogen, zuletzt 1993, als die Fußwege verbreitert wurden. Die 1910 Meter lange und 70 Meter breite Avenue endet mit der Einmündung in die  Place Charles de Gaulle, auf der der  Triumphbogen steht.  

     

    Aufgrund der hohen Mieten leben heute nur sehr wenige Bürger in der Avenue des Champs-Élysées. Die oberen Stockwerke der Gebäude werden hauptsächlich als Büroräume von Handelsvertretungen, Versicherungsgesellschaften und Banken genutzt, und im Erdgeschoss befinden sich in der Regel Ladenpassagen so wie die Arcades des Champs– Restaurants, Cafes, Geschäfte und Banken. Im unteren östlichen Bereich ist die Avenue beiderseits von einer Parkanlage gesäumt.

     

    Am 14. Juli, dem Nationalfeiertag, nimmt der französische Staatspräsident von der Tribüne unter dem Obelisk der Place de la Concorde die Militärparade ab. Geladene Gäste begeben sich anschließend zur Gartenparty in den Élysée-Palast, in deren Verlauf der Präsident ein mit Interesse im Fernsehen verfolgtes Interview gibt. Seit 1975 findet ein bis zwei Wochen später die Tour de France ihren Abschluss auf der Avenue zwischen der Place de la Concorde und der Place Charles-de-Gaulle. Zuvor ist eine jährlich wechselnde Route durch Paris und seine Vororte zu absolvieren. Die Ziellinie auf den nördlichen Champs-Élysées wird dabei mehrmals überquert, weil die etwa 6,5 Kilometer lange Strecke unter den Augen von tausenden Zuschauenden mehrfach zurückgelegt werden muss. Im Jahr 2006 endete erst die achte Passage mit dem Zielspurt. Auch die anschließende Siegerehrung findet hier mit dem Triumphbogen als Hintergrund für das Foto im Leben eines Radprofis statt.

     

    Der Pariser Triumpfbogen (frz. Arc de Triomphe) ist ein 1806 bis 1836 errichtetes Denkmal an der Place Charles de Gaulles in Paris. Er gehört neben dem Eiffelturm zu den Wahrzeichen der Metropole. Unter dem Bogen liegt das Grabmal des unbekannten Soldaten aus dem 1. Weltkrieg mit der täglich gewarteten Französischen Flamme du Souvenir (dt. Flamme der Erinnerung) genannt, im Gedenken an die Toten, die nie identifiziert wurden. Das ganze Jahr hindurch finden Kranzniederlegungen und Ehrungen statt, die ihren Höhepunkt in der Parade am 11. November finden, dem Jahrestag des Waffenstillstand zwischen Deutschland und Frankreich im Jahr 1918. Der Triumphbogen selbst wurde von Napoleon nach der Schlacht von Austerlitz zur Verherrlichung seiner Siege 1806 in Auftrag gegeben. Am 15. August 1806 wurde der Grundstein zum Bau gelegt Der Triumphbogen ist 49,54 m hoch, 44,82 m breit und 22 m tief. Der große Gewölbebogen misst 29,19 m in der Höhe und 14,62 m in der Breite, der kleine Bogen 18,68 m in der Höhe und 8,44 m in der Breite. Der Entwurf ist im Stil der antiken römischen Architektur gehalten. Die vier Figurengruppen an der Basis des Bogens zeigen Der Triumph von 1810, Widerstand, Frieden und der Marseillaise oder Auszug der Freiwilligen von 1792 

     

    Oben sind auf den Flächen rund um den Bogen Flachreliefs mit Nachbildungen von wichtigen revolutionären und napoleonischen Siegen eingelassen. Die Innenwände des Triumphbogens beherbergen ein kleines Museum und führen die Namen von 558 französischen Militärs, vorwiegend Generälen auf. Die Namen derjenigen, die im Kampf gefallen sind, sind unterstrichen. Auf den vier Außenseiten des Bodens befinden sich sechs Flachreliefs, die jeweils berühmte Schlachten zeigen. Unter den sechs Bildhauern ist auch eine Darstellung des Übergangs über die Brücke von Arcole zu sehen. Nach mehren Problemen, wie Abdankung Napoleons usw. dauerte es seine Zeit, bis das Bauwerk endlich fertig wurde. 1836, unter der Regierung des „Bürgerkönigs“, wurde der Bogen von Huyot und Blouet fertig gestellt. Die feierliche Einweihung war dann am 29. Juli desselben Jahres.

     

    Als Fußgänger gelangt man zum Arc de Triomphe nur durch eine Unterführung, denn es ist absolut gefährlich auf der Straße zu gehen. Man umrundet den Triumpfbogen in 6er Reihe. Das bedeutet, dass es hier niemals einen Stillstand des Straßenverkehrs gibt. Selbst in der Nacht herrscht hier noch reger Verkehr. 

     

    Triumphbogen in Paris

    Nachdem wir dann den Arc de Triumph 2x umrundet haben, biegen wie in die Avenue Kleber ein. Die 1.135 Meter lange und 36 Meter breite Straße verläuft von der Place Charles de Gaulle (Triumphbogen) bis zur Place du Trocadero .

     

    Die Straße trägt ihren Namen zu Ehren des Generals Jean Baptiste Kleber  (1753-1800), der unter Napoleon Bonaparte (1769-1821) zum Oberbefehlshaber von Ägypten eingesetzt wurde, in dessen Hauptstadt Kairo er am 14. Juni 1800 ermordet wurde. Bevor die Straße durch einen Erlass mit Wirkung vom 16. August 1879 ihren heutigen Namen erhielt, hieß sie Avenue du Roi de Rome. Mit dieser Bezeichnung wurde Napoleon II. (1811-1832) geehrt, der von seinem Vater bereits kurz nach seiner Geburt zum „König von Rom“ ernannt worden war.

     

    Die Place du Trocadéro-et-du-11-Novembre erhielt zuerst den Namen Place du Trocadéro, im Gedenken an die Einnahme der gleichnamigen Festung in der Bucht von Cadiz durch die französische Armee am 31. August 1823 während der französischen Invasion in Spanien. Zwar wurde der Name offiziell erst 1877 verliehen, war aber bereits geläufig seit der dort abgehaltenen Militärparade von Karl X. im Jahre 1826 im Gedenken an diese Schlacht. Nach Südosten führt die Esplanade zwischen den Flügeln des Palais de Chaillot für Fußgänger zum Jardin du Trocadéro und weiter hinunter zur Seine.

     

    Das Palais de Chaillot wurde von für die  Weltausstellung 1937 auf den Fundamenten des ehemaligen Palais du Trocadero erbaut.

    Die Jardins du Trocadéro sind zwei am Hügel von Chaillot symmetrisch angelegte Grünanlagen. Die Gärten liegen am rechten Seineufer, gegenüber vom Eiffelturm von dem sie nur die Avenue des Nations Unies trennt. Im Norden werden sie durch die beiden viertelkreisförmigen Flügel des Palais de Chaillot begrenzt, zwischen denen eine beliebte Aussichtsplattform einen schönen Blick über einen Teil der Seine, des Eiffelturmes und des dahinter liegenden Marsfeldes bietet. Hier lasse ich meine Fahrgäste für einige Minuten aussteigen und Erinnerungsbilder von diesem Anblick machen.

     

    Die imposanten Treppen der Anlage führen hinunter zu einer Brücke über die Seine, Die 93.930 m² große Anlage ist in mehrere Terrassen unterteilt. Auf der zentralen Terrasse befindet sich die Fontäne von Warschau (frz. fontaine de Varsovie, 1937), an der 20 Wasserkanonen ein Volumen von 8.240 m³ in die Höhe schießen und dabei 56 Fontänen bilden. Das Wasser fließt daraufhin über seitliche Treppen in ein längliches Becken, das bis an den Fuß des Hangs reicht. Die Fontänen werden abends von einem beeindruckenden Lichtspiel hervorgehoben.

     

    Wir fahren weiter, und wollen endlich den Eiffelturm von der Nähe ansehen. Wir fahren die Avenue des Nations Unies hinunter und können von dort auch die Trocadero Gärten ansehen. Viele wollen unbedingt auf die Aussichtsplattform des Turmes steigen. Wenn man aber die Schlange an Menschen dort sieht, die hinauf wollen, verliert man die Lust dazu. Obwohl, wenn man vom Turm die Gärten und den Palais de Chaillot, wie auf dem Bild zu sehen ist, sieht, es ist wunderschön.

     

    So machen wir direkt an der Seine eine Pause. Wer will kann eine Bootsfahrt auf der Seine machen. Man sieht dabei links den Louvre, von der Rückseite. Fährt am Musee d‘Orsay vorbei. Dies ist ein ehemaliger Bahnhof. Das Musée d’Orsay ist ein Kunstmuseum. Es liegt am südlichen Ufer der Seine gegenüber den Tuilerien. Das Gebäude war ursprünglich ein Bahnhof: der Gare d’Orsay. Er war anlässlich der Weltausszellung des Jahres 1900 erbaut worden und wurde bis 1939 für den Fernverkehr in den Südwesten Frankreichs genutzt. Die Entscheidung, den Bahnhof in ein Museum umzuwandeln, fiel 1977 infolge einer Initiative des französischen Präsidenten Valery Giscard d‘Estaing. Der Umbau wurde von einem Architekturbüro geleitet, bis das Musée d’Orsay 1986 eröffnet wurde.

    Im Musée d’Orsay werden auf 16.000 Quadratmetern mehr als 4000 Exponate gezeigt. Die Gemälde, Skulpturen, Grafiken und Photogaphien sowie des Kunsthandwerks und Design, und der Architektur stammen bis auf wenige Ausnahmen aus dem Zeitraum zwischen 1848 und 1914.

     

    Die Kathedrale Notre-Dame de Paris („Unsere liebe Frau von Paris“), Mutterkirche des Erzbistums Paris, wurde in den Jahren 1163 bis 1345 errichtet und ist somit eines der frühesten gotischen Kirchengebäude Frankreichs. Ihre charakteristische Silhouette erhebt sich im Zentrum auf der Ostspitze der Seineinsel. Die beiden Türme sind 69 Meter hoch, der Dachreiter 96 Meter. Das Kirchenschiff ist im Inneren 130 Meter lang, 48 Meter breit und 35 Meter hoch; es bietet bis zu 10.000 Personen Platz. Der Bau der heutigen Kathedrale begann zu der Zeit des Übergangs von der Romanik zur Gotik und erstreckte sich über annähernd 200 Jahre. Er ist dadurch gekennzeichnet, dass in weitgehend noch romanischem Stil mit dem Chor begonnen wurde, mit dem Fortschreiten des Baus nach Westen zunehmend technische Möglichkeiten und Stilmittel der Gotik eingesetzt wurden, nach achteinhalb Jahrzehnten das Bauwerk so gut wie fertig war und das nächste Jahrhundert mit gotischer Umgestaltung, Erweiterung und Ausstattung älterer Bauteile verging.

     

    Die Kathedrale ersetzt einen Vorgängerbau, der unter der Herrschaft des fränkischen Königs Childebert I. (König von 511 bis 558) in den Jahren um 540/550 entstanden und als Cathédrale St. Etienne (Stefansdom) bekannt war. Damit ist ihr Standort – nach denen des Pantheons und einer von Gregor von Tours erwähnten Begräbniskapelle bei der damaligen Nekropole Saint-Marcel – einer der ältesten unter den bekannten christlichen Gebetsstätten innerhalb der heutigen Pariser Stadtgrenze. Die Geschichte der Glocken von Notre-Dame reicht zurück in das 12. Jahrhundert. Unmittelbar vor Beginn der Französischen Revolution (Stand 1769) hatte die Kathedrale insgesamt 20 Glocken: 8 Glocken im Nordturm, 2 große Glocken im Südturm, 7 Glocken im Dachreiter, und 3 weitere Glocken am Querschiff, die als Uhrenglocken dienten. 1791 und 1792 fiel ein Großteil der Glocken der beiden Türme der Revolution zum Opfer, insbesondere der zweite Bourdon „Marie“. Nur die tontiefste Glocke, der Grand Bourdon, überstand die Zeit. 1856 wurde der Nordturm mit neuen Glocken bestückt.

     

    In vielen Sprachen bekommt man während der Bootsfahrt Erklärungen. Natürlich ist das umfassender als meine Kenntnisse. So ist nach etwa 2 Stunden das Boot wieder an die Anlegestelle zurück gekehrt.  Wir wollen weiterfahren. Die Fahrt führt um den Eifelturm herum. Ich erkläre in kurzen Worten die technische Daten: 

     

    Im Juni 1884 stellten die beiden Ingenieure Köchlin und Nouguier, beide aus dem Büro von Gustav Eiffel, einen Entwurf für einen 300 Meter hohen Metallmast vor, der auf vier Füßen ruhen sollte. Die reine Stahlkonstruktion des Eiffelturms kommt auf eine Masse von 7300 Tonnen. Insgesamt halten im Eiffelturm 2,5 Millionen Nieten die Bauteile zusammen. Für die Fläche von 250.000 Quadratmetern werden etwa 60 Tonnen Lack inklusive 10 Tonnen Primer, also Grundierung,  – benötigt, wovon sich rund 45 Tonnen durch Erosion abschmirgeln. Die speziell ausgebildeten Maler werden während der Arbeiten mit rund 60 Kilometern Sicherheitsseilen gesichert. Von der Turmbasis bis zu seiner Spitze wird der verwendete Lack leicht abgetönt, um den Turm vor dem Hintergrund einheitlich gleichfarbig aussehen zu lassen. Seit der Fertigstellung, bis heute wurde der Turm7x neu gestrichen.

     

    Wie vor schon geschrieben, ist der Eiffelturm keine Idee von Gustav Eiffel, sondern von 2 seiner Mitarbeiter. Nur ist es letztendlich Herrn Eiffel zu verdanken, dass der Turm nicht nur realisiert werden konnte, sondern dass uns der Eiffelturm bis in die heutig Zeit erhalten blieb. Sein Angegement  führte aber schon während der Bauzeit des Turmes zu dem uns bekannten Namen. So erhielt dann auch Gustav Eiffel die Konzession für 20 Jahre um den Turm zu betreiben. Innerhalb weniger Jahre hatte sich das in den Bau des Turmes investierte Kapital nicht nur amortisiert, sondern machte Herrn Eiffel zu einem sehr reichen Mann. 

     

    Am Eröffnungstag, dem 31. März 1889, bestieg Gustave Eiffel – da der Fahrstuhl noch nicht fertig gestellt war – mit einer Delegation gegen 13:30 Uhr den Turm und hisste an dessen Spitze eine französische Trikolore, die 7 Meter lang und 4,40 Meter breit war. Als der Eiffelturm eröffnet wurde, war er mit einer Gesamthöhe von damals 312 Metern offiziell das höchste Bauwerk der Welt und löste damit das 169,3 Meter hohe Washington Monument, einen Obelisken aus weißem Marmor in den USA, als Rekordhalter ab. Das höchste begehbare Bauwerk jener Zeit war die 167,5 Meter hohe Synagoge in Turin, die 1888 fertig gestellt wurde.

     

    Das Champ de Mars (dt. „Marsfeld“), auch als Parc du Champ de Mars bezeichnet, ist eine ursprünglich zu militärischen, später mehrfach zu Ausstellungszwecken genutzte Großgrünfläche von heute 24,3 ha. Das bis ins 18. Jahrhundert landwirtschaftlich genutzte Gelände wurde nach der Errichtung der École militaire (1765) als Exerzierplatz  ausgebaut. Zu diesem Zwecke wurde es planiert und von einem Graben sowie von einer Ulmenallee umgeben. Bis etwa 1780 blieb seine Nutzung rein militärisch. Am 14. Juli 1790 fand hier das pompöse „Versöhnungsfest“ (frz. Fête de la Fédération) im Rahmen der Französischen Revolution statt: Ludwig XVI. leistete vor 300.000 Zuschauern seinen Eid auf die von La Fayette verlesene Verfassung. Zu diesem Zweck wurde ein eigener „Altar des Vaterlandes“ errichtet. Am 17. Juli 1791 war hier der Schauplatz des sogenannten Massakers auf dem Marsfeld. Am 8. Juni 1794 fand hier das von Jacques Louis David inszenierte „Fest des höchsten Wesens“ (frz. Fête de l'Etre suprême) statt, dem Robespierre präsidierte. Die Weltausstellungen von 1867, 1878, 1889, 1900 und 1937 nutzten das Gelände. Erstmals wurde das Gelände 1798 für eine nationale Industrieausstellung verwendet.

     

    Direkt gegenüber ist des Marsfeldes steht die Militärschule, die École Militaire  sie ist eine 1751 in Paris gegründete Schule, die auf Initiative von Madame de Pmpadour und mit Unterstützung von König Ludwig XV. auf dem linken Seineufer in der Ebene von Grenelle unweit des Hotels de Invalides entstand Die Schule, ursprünglich für die Ausbildung von Söhnen verarmter Adelsfamilien zu vollendeten Offizieren vorgesehen, nahm später auch bürgerliche Zöglinge und 1784 ihren berühmtesten Schüler auf, den jungen Napoleon Bonaparte. 1787 geschlossen, diente sie unter anderem als Depot und als Kaserne, bis sie 1878 ihre ursprüngliche Bestimmung zurückerhielt. Heute beherbergt sie verschiedene Einrichtungen, die der höheren militärischen Weiterbildung dienen .

     

    Das Hôtel des Invalides (dt. Invalidenheim) ist ein ursprünglich unter der Bezeichnung Hôtel royal des Invalides im Auftrag des Sonnenkönigs Ludwig XVI. in den Jahren von 1670 bis 1676 nach den Plänen der Architekten Bruant und Mansart errichtetes Heim für kriegsversehrte, berufsunfähige Soldaten. Heute wird es geführt von der Institution nationale des Invalides und beherbergt auch mehrere Museen sowie im Invalidendom die Grabstätten Kaiser Napoleons I. und weiterer hoher Militärs. Das Problem, was man mit den heimatlosen, arbeitslosen oder verwundeten Soldaten nach einem Krieg machen sollte, bestand damals schon seit langer Zeit und ist ein generelles Problem kriegführender Staaten. Nicht nur aus Gründen der Humanität fühlten sich Könige verpflichtet, für die Soldaten zu sorgen, die für sie ins Feld gezogen waren, ihr Leben riskiert hatten und ihren Einsatz häufig mit ihrer Gesundheit bezahlten. Auch aus Gründen der staatlichen Sicherheit empfahl sich eine solche Maßnahme, denn unbeschäftigte, aber waffenkundige Soldaten konnten auch gefährlich werden, wenn sie als marodierende Banden unkontrolliert durch das Land zogen. Schon im 12. Jahrhundert dachte Philipp Augustus deshalb an eine Art Hospital, spätere Könige ebenfalls. Damals kamen alte Soldaten aber eher noch in Klöstern unter, wo sie häufig Unruheherde bildeten, weil sie sich nicht den strengen Mönchsregeln unterwerfen wollten.

     

    König Ludwig XIV. sorgte endlich für eine umfassende Lösung, indem er für die Architektur die äußere Gestalt des spanischen Escorial zum Vorbild nahm, und für die soziale Organisation die jahrhundertelange Tradition des mittelalterlichen Klosters. Und eine Art Kloster ist diese Anlage auch, eine gewaltige militärische Gedächtnisstätte mit einem riesigen zentralen Innenhof, einem Kreuzgang vergleichbar, der von vier Nebenhöfen mit Wohntrakten umgeben war. Die alten und gebrechlichen Soldaten sollten hier ein geregeltes Leben führen. Ihre Tage waren mit Gottesdiensten und handwerklichen Betätigungen ausgefüllt.

     

    Nach der Inbetriebnahme wurden dem Gebäudekomplex zwei Kirchen hinzugefügt.Der Rohbau der sogenannten Soldatenkirche, der Cathédrale Saint-Louis-des-Invalides, wurde 1676 begonnen und bereits 1677 mit der Überdachung abgeschlossen. Die zur Kathedrale erhobene Kirche ist Sitz der römisch-katholischen Diözese der französischen Armeen (Diocèse des Armées françaises).

     

    Die im Anschluss an die Soldatenkirche in Auftrag gegebene, ebenfalls dem Heiligen Ludwig geweihte, nach ihrer Kuppek (frz. dôme) „Église du Dôme“ genannte ehemalige Chapelle royale des Invalides ist in Deutschland als „Invalidendom“ bekannt, wobei zu berücksichtigen ist, dass die deutsche Bezeichnung Dom sich aus dem Falschen Freund ergab und es sich bei dieser Kirche nicht um den Sitz des Militärbischofs handelt. Der in den Jahren 1677 bis 1691 errichtete Rohbau konnte aufgrund von Kapitalmangel erst im Jahr 1706 endgültig vollendet und ausgeschmückt werden. Per Gesetz wurde das Gebäude am 10. Juni 1840 zum Grabmal Napoleon I. bestimmt. Die Aushebung und Ausstattung der Krypta, die den Innenraum der Kuppelkirche erheblich veränderten, nahmen rund zwanzig Jahre in Anspruch und wurden erst 1861 abgeschlossen. Napoleon II. Sohn Napoleons, der 1832 in Wien verstorbene Prinz war ursprünglich neben seiner Mutter in der Kapuzinergruft bestattet. 1940 wurde sein Leichnam auf Anordnung Hitlers nach Paris an die Seite seines Vaters überführt.

     

    Wir umrunden nun das Areal und biegen danach auf den Boulevard du Montparnasse ein. Montparnasse ist ein flacher Hügel auf dem linken Ufer der Seine, der wie andere Randbezirke erst am 1. Januar 1860 eingemeindet wurde und dem Stadtviertel von Paris seinen Namen gab. Der Stadtteil, der heute als Montparnasse bezeichnet wird, reicht weit über die Grenzen der politischen Einheit des Quartiers hinaus. Sein Zentrum ist der Boulevard du Montparnasse mit dem Bahnhof Montparnasse und dem Turm Montparnasse, dem zweithöchsten Bauwerk von Paris, im Westen und der belebten Straßenkreuzung mit dem Boulevard Raspail im Osten, an der sich zahlreiche Straßencafés befinden. Der Bau des Boulevard du Montparnasse erforderte 1760 die Einebnung der Hügelkuppe.

     

    Das Viertel Montparnasse wurde zum Beginn des 20. Jahrhunderts, während der sogenannten Années folles, berühmt, als hier das Herz des intellektuellen und künstlerischen Lebens von Paris schlug. Wichtig für das Leben und Treiben im Viertel waren die legendären Cafés. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kamen Schriftsteller, Bildhauer, Maler, Dichter und Komponisten aus der ganzen Welt zum Montparnasse, um in der kreativen Atmosphäre des Viertels eine billige Wohnung in einer der Künstlerkolonien, wie z. B. La Ruche, zu finden.

    Im Viertel war die Kreativität mit allen ihren Eigenheiten willkommen. Als Tsuguharu Foujita, ein Japanisch-französischer Maler und Grafiker im Jahr 1913 aus Japan ankam und niemanden kannte, traf er Chaim Soutine, Amedeo, Jules Pascin und Fernand Leger noch am gleichen Abend. Innerhalb einer Woche hatte er sich mit Juan Gris, Pablo Picasso und Henri Matisse angefreundet. Im Jahr 1914 kam die englische Malerin Nina Hamnett in Montparnasse an und der Mann, der ihr im Cafe de la Rotonde gegenüber saß, stellte sich vor als „ Amedeo Modigliani, Maler und Jude“. Sie wurden gute Freunde und Hamnett erzählte später oft, wie sie sich von Modigliani eine Hose und ein Hemd borgte, um die ganze Nacht auf der Straße vor dem La Rotonde zu tanzen.

     

    Der Tour Montparnasse (deutsch: Montparnasse-Turm) ist ein 210 m hohes Bürohaus. Er wurde von 1969 bis 1973[1] von dem Architekten Roger Saubot errichtet und ist mit 59 Stockwerken nach dem Eiffelturm das höchste Bauwerk der Stadt. Bis zum Jahre 2011 war der Turm das höchste Gebäude in Frankreich, dann wurde er vom Tour First in La Defence übertroffen Die 56. Etage ist eine öffentliche Aussichtsetage mit Restaurant. Das Dach (59. Etage) bietet eine zusätzliche Aussichtsplattform mit einem weiten Blick auf Paris. Die Fahrt mit dem Aufzug, dem schnellsten Europas bei der Eröffnung, dauert nur 38 Sekunden. Krritiker behaupten aber, dass es der hässlichste Turm von Paris sei. Allerdings eine Alternative zum Eifelturm, da man jederzeit hier hochfahren kann; will man auf den Eiffelturm muss man manchmal bis zu 3 Stunden warten. Hier stehen einem 25 Aufzüge zur Verfügung.

     

    Die Tagestour nach Paris ist jetzt beendet. Die Fahrgäste können jetzt noch einige Stunden alleine die Stadt erkunden. Am frühen Abend geht´s dann wieder auf den Heimweg, oder wenn man mehrere Tage gebucht hat, fahren wir ins Hotel um am nächsten Tag eine weitere Etappe von Paris in Angriff zu nehmen.

    Paris hat ja noch weit mehr an Sehenswürdigkeit zu bieten; zum Beispiel den Jardin du Luxembourg mit dem Palaise du Luxembourg. Hier hatte ja Maria von Medici an deren Entstehung den Hauptanteil. Oder zur Notre Dame, die man am Tage vorher nur von außen sehen konnte. Natürlich ist auch der Stadteil "Montmartre mit seinen Boulevards und auf der Anhöhe die Majestätische Kirche" SACRÉ-COEUR". Den dahinter stehenden quadratischen Glockenturm beherbergt die "Savoyarde" eine 19 Tonnen schwere und eine der größten Glocken der Welt.

     

    Natürlich  darf man Versailles nicht vergessen. Ein Prachtschloss, das dem "Sonnenkönig" Ludwig XIV. zu verdanken ist. Und mit einer Geschichte, die Paris mit seiner Jahrhundert alten Historie erst komplettiert. Deshalb, Paris kann man an 2 - 3 Tagen nur erahnen, aber nicht erleben!

    Will man Paris richtig kennenlernen, dann muss man immer wieder kommen. Sie hat nicht umsonst den Namen " STADT DER LIEBE".

     

    Ich werde demnächst die Parisrundfahrt, wie oben angedeutet, fortsetzen. Gleichzeitig werde ich dann nochmals alles überarbeiten und verschiedene Sehenswürdigkeiten nicht nur schriftlich ergänzen, sondern auch mit Bildern bereichern.

                           Manny   "IHR CHAUFFEUR"

     

      

     

     

     

     

     

     

     

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