Manchmal schaue ich zurück und denke: „Junge, was hast du alles erlebt.“ Vieles davon war wild, manches dumm, einiges genial – und alles zusammen hat mich zu dem gemacht, der ich heute bin. Ich hatte schon immer Visionen, große.
Nur war ich oft zu ungeduldig, zu stur, zu sehr davon überzeugt, dass es gleich klappen muss. Und wenn’s dann nicht lief, bin ich gefallen. Hart. Mehr als einmal.
Aber eines habe ich nie getan – aufgeben. Das Wort existiert in meinem Leben einfach nicht.
Ich habe Fehler gemacht, falschen Menschen vertraut, bin Umwege gefahren, wo andere geradeaus gingen. Aber vielleicht war genau das mein Weg. Denn jedes Stolpern, jedes Scheitern, jedes verdammte Mal ufstehen hat mir gezeigt, dass Leben mehr ist als nur funktionieren. Heute will ich meine Vergangenheit nicht vergessen. Ich will sie neu schreiben mit dem, was ich gelernt, erlebt und gelitten habe – und mit denen, die durch den Stress dieser Vergangenheit entstanden sind und nun in mir leben: dem Füchsje und dem Füchsle.
Zwei Seiten derselben Medaille, die erst sehr spät von ihrer Existenz erfuhren. Das Füchsje ( de Motzkopp) – laut, direkt, manchmal grantig, aber ehrlich bis auf die Knochen und manchmal auch etwas überambitioniert. Und das Füchsle (´s Käpsle) – ruhig, klug, mit einem Augenzwinkern und einer Portion Lebensweisheit.
Gemeinsam sind sie mein Werkzeug, meine Stimme, mein Weg, um meine Geschichte zu erzählen. Ergänzend zu meinen Memoiren, die ich bereits in der Rohfassung habe und neu überarbeiten werde. Sie haben allerdings in mir Begebenheiten meiner Jugend geweckt, die ich weit unten in meiner Gedächtnisschublade abgelegt hatte und eigentlich nie wieder dran denken wollte.
Ich fahre weiter Reisebus, nicht nur um Geld zu verdienen, sondern um Menschen zu sehen, Landschaften zu spüren, Geschichten zu sammeln. Wenn ich mit dem Wohnmobil unterwegs bin, dann atme ich Freiheit. Da draußen, zwischen Himmel und Straße, finde ich Ruhe – und Raum für neue Gedanken.
Ich fotografiere, schreibe, beobachte… und langsam wird aus meinem alten Leben etwas Neues. Es ist kein Neuanfang, sondern eine Fortsetzung mit Sinn. Ich weiß, reich werde ich davon nicht. Aber vielleicht kann ich ein paar Schulden begleichen – die auf dem Konto, und die im Herzen. Und ja… manchmal denke ich, vielleicht begegnet mir unterwegs jemand, die diese Art zu leben versteht. Jemand, die nicht fragt warum, sondern einfach sagt: „Ich komme mit.“
Das ist meine Vision.
Ich träume nicht von Ruhm oder Reichtum. Sondern habe viel eher die schlichte, ehrliche Hoffnung, das Leben endlich so zu leben, wie es gemeint war – mit all seinen Fehlern, Narben, und Momenten, die zählen.
